Vielviel Outlines

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Christoph Aribert (40) sticht schwarze Holzschnitt-Tattoos

„Erntezeit Tätowierungen“ heißt sein Laden. „Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt die Früchte von 22 Jahren Tätowieren ernte“, begründet er den ungewöhnlichen Namen: Christoph Kremmling, wie er bürgerlich heißt, hat schon in den Berliner Top-Studios „Nightliner“ und „Blut & Eisen“ geinkt, ebenso bei „Into you“ in London. Nun, seit fünf Jahren, was Eigenes. Idyllische „Erntezeit“ in einer Remise im Hinterhof, mitten in Ostberlins bürgerlichem Szenekiez Prenzlauer Berg.

Holzschnitt? Wer’s nicht weiß: das ist eine Art von Druckgrafik auf Papier, mittels Druckstock aus Holz hergestellt. Neugierig? Mehr bei „Wikipedia“.

Langlang ist’s her, dass Holzschnitte modern waren, „der letzte Schrei“. Heute sagt man lieber „cool“ oder „hip“. Tattoos sind es definitiv. Und Christoph sticht welche, die aussehen wie Holzschnitte. Oder Radierungen, eine andere uralte Technik, Papier mit Bildern zu „inken“. Gemeinsamkeit: vielviel Outlines. Bei Holzschnitt & Radierung kann es, technisch bedingt, gar keine weichen Schattierungen geben.

Holzschnitt und Radierung kommen dem „Black“-Tattootrend entgegen, (Western) Traditional-Motive nur mit Schwarz zu stechen. Daher gehen sie als Tätowierstil gerade gut. Nicht nur Christoph sticht solches „New Blackwork“. „Ilja Hummel in Essen macht es auch“, erzählt Christoph, „und Ivan bei ‚Blut & Eisen‘“. Auch richtige Holzschnitte und Radierungen auf Papier hat er schon geschaffen. „Aber 2008, 2009 wollte das noch keiner tätowiert haben.“ Jetzt schon. Vorteil, so Christoph: „Man kann alles in diesem Stil stechen, Konkretes wie Abstraktes.“

Idylle im ruhigen Hinterhof

Remise? Noch so ein Uralt-Ausdruck. In diesem Fall für einen Schuppen für Gartengeräte und Fahrzeuge. INK-SOCIETY.DE hat sich’s vor Ort für dich angeschaut: Die Remise am Wasserturm im Prenzlauer Berg ist aus Stein. Romantisch! Auf zwei Ebenen findest du unten einen und oben drei Tätowierer-Arbeitsplätze. Trotz der räumlichen Enge wirkt alles entspannt, persönlich, intim. Hier lässt man sich gerne nieder, um frische Tinte zu tanken.

Christoph ist ein angenehm ruhiger, bedächtiger Mensch. Ein Qualitäts-Tätowierer in Berlin, der die wesentlichen Kapitel der neuen deutschen Tattoogeschichte seit den frühen 90er Jahren miterlebt hat und daher auch etwas zu erzählen weiß. Kompetenz in Sachen Tattoos pur.

Christophs Own Story

Sie beginnt mit dem ersten Tattoo auf der eigenen Haut im zarten Alter von 15 Jahren. Gestochen hat es dem gebürtigen Hessen der Sänger der genauso legendären wie umstrittenen Band „Böhse Onkelz“ Kevin Russell vor 25 Jahren in Frankfurt am Main. Nach dem Realschulabschluss stand Christophs Berufswunsch fest: Tätowierer! Eine sehr ungewöhnliche Karriere-Planung für einen Schulabsolventen Mitte der 90er. „In meiner Welt gab es das als Beruf.“ Mit 18 ging’s los. In Darmstadt, später in Friedberg bei Frankfurt („Painhouse“). Alle nachfolgenden festen Stationen würden eine längere Liste füllen. Namhaft auf alle Fälle sind die oben genannten Berliner Top-Adressen „Nightliner“ sowie „Blut & Eisen“, dazu Guestspots in Studio-Legenden wie „Into You“, ein leider abgeschlossenes Stück Londoner Tattoo-History.

Christoph sticht nicht nur Holzschnitt-Style. „Über zehn Jahre habe ich große japanische Sachen gemacht. Da habe ich wieder Lust drauf.“

Terminvergabe nur per E-Mail: christoph@erntezeit-taetowierungen.de (Wartezeit 1-2 Monate)
Adresse:
Diedenhofer Straße 3, 10405 Berlin, 0049/(0)1577/ 87 63 051

Facebook: erntezeittaetowierungen, Instagram: erntezeit_taetowierungen, E-Mail: info@erntezeit-taetowierungen.de

Weitere feste Tätowierer bei „Erntezeit“:
Thomas Burkhardt, Sarah Herzdame